Glossar Fertigungsbeschaffung: 3.1-Zeugnis, EMPB, PPAP & Co.

Silas Werger

Silas Werger · Autor · Stand:

Glossar Fertigungsbeschaffung: 3.1-Zeugnis, EMPB, PPAP und mehr

Kurz gesagt: Dieses Glossar erklärt in 15 Einträgen über 20 Begriffe, die in Anfragen, Angeboten und Lieferverträgen für Zeichnungsteile ständig vorkommen: von Abnahmeprüfzeugnis 3.1, EMPB und PPAP über ISO 2768-mK, EN 1090 und ISO 3834 bis zu Cpk, 8D, Incoterms und Lieferabruf. Jeder Eintrag nennt Norm oder Quelle und sagt, worauf Sie als Einkäufer achten sollten.

Das Glossar ergänzt den Leitfaden Lohnfertiger finden und die Checkliste Anfrage an Lohnfertiger. Normen sind mit einer frei zugänglichen Quelle verlinkt; den verbindlichen Normtext erhalten Sie bei DIN Media oder beim jeweiligen Herausgeber.

Definition: Fertigungsbeschaffung ist der Einkauf von Teilen und Baugruppen, die nach Zeichnung des Auftraggebers bei einem externen Betrieb gefertigt werden. Anders als beim Katalogkauf legt der Einkäufer Werkstoff, Toleranzen, Prüfnachweise und Freigabeverfahren selbst fest.

BegriffNorm oder QuelleWofür Sie ihn brauchen
Abnahmeprüfzeugnis 3.1EN 10204Werkstoffnachweis je Charge
EMPB und ErstmusterVDA Band 2Freigabe vor Serienstart
PPAPAIAG PPAP-4Freigabe vor Serienstart, international
ISO 2768-mKISO 2768, ISO 22081Maße ohne Einzeltoleranz
EN 1090 und ISO 3834DIN EN 1090-1, DIN EN ISO 3834CE-Kennzeichnung und Schweißqualität
IATF 16949IATFQM-System Automobilzulieferung
WerkstoffnummerDIN EN 10027-2Werkstoff eindeutig benennen
Rauheit RaDIN EN ISO 21920Oberfläche messbar festlegen
Cpk, Ppk, CmkStatistik, KundenvorgabeProzess- und Maschinenfähigkeit belegen
8DProblemlösungsmethodeReklamationen abarbeiten
QSVVertragspraxisQualitätspflichten regeln
IncotermsICCLieferbedingungen und Gefahrübergang
Losgröße, Rüstzeit, RFQKalkulation, EinkaufspraxisStückpreis und Angebotsvergleich
Rahmenvertrag, LieferabrufVertragspraxisPreis, Kapazität, Abrufe
Lohnfertigung, Nearshoring, Dual SourcingBeschaffungsstrategieVerantwortung und Risiko

Was ist ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 nach EN 10204?

Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 ist ein Prüfdokument nach EN 10204, in dem der Hersteller die Übereinstimmung mit der Bestellung erklärt und Ergebnisse spezifischer Prüfungen angibt. Bestätigt wird es von einem Prüfbeauftragten des Herstellers, der von der Fertigungsabteilung unabhängig ist (DIN Media; LRQA, abgerufen November 2026). Daneben gibt es die Typen 2.1, 2.2 und 3.2; beim 3.2-Zeugnis bestätigt zusätzlich ein Prüfbeauftragter des Bestellers oder ein in amtlichen Vorschriften benannter Prüfer.

Praxis-Hinweis: Fordern Sie das 3.1-Zeugnis schon in der Anfrage, denn der Fertiger muss es beim Halbzeugkauf mitbestellen. Prüfen Sie beim Wareneingang, ob die Chargennummer auf Zeugnis und Material übereinstimmt.

Was sind Erstmuster, EMPB und PPF nach VDA Band 2?

Ein Erstmuster ist ein Teil aus Serienwerkzeug, Serienmaschine und Serienprozess; der Erstmusterprüfbericht (EMPB) dokumentiert seine Prüfergebnisse. In der deutschen Automobilindustrie ist der EMPB Teil der PPF-Dokumentation nach VDA Band 2; die aktuelle Ausgabe (VDA QMC, abgerufen November 2026) richtet den Umfang der Produktionsprozess- und Produktfreigabe nach dem Risikograd. Die früheren Vorlagestufen sind laut VDA QMC (White Paper) seit der 6. Auflage 2020 entfallen.

Praxis-Hinweis: Ein Prototyp ist kein Erstmuster. Legen Sie fest, welche Merkmale gemessen werden, wie viele Teile vorzulegen sind und wer freigibt. Der Erstmusterstatus lautet je nach Kunde etwa freigegeben, bedingt freigegeben oder abgelehnt; vereinbaren Sie, ob bei bedingter Freigabe geliefert werden darf.

Was ist PPAP?

PPAP steht für Production Part Approval Process, das Freigabeverfahren für Serienteile der Automotive Industry Action Group (AIAG, PPAP-4). Anders als VDA Band 2 arbeitet PPAP weiterhin mit Vorlagestufen, laut Kaizen Institute mit fünf.

Praxis-Hinweis: Welches Verfahren gilt, bestimmt meist Ihr eigener Kunde. Nennen Sie es in der Anfrage, bei PPAP mit Stufe, bei VDA Band 2 mit dem konkreten Nachweisumfang.

Was bedeutet ISO 2768-mK?

ISO 2768 legt Allgemeintoleranzen für Maße ohne eigene Toleranzangabe fest. Teil 1 regelt Längen- und Winkelmaße in den Klassen f (fein), m (mittel), c (grob) und v (sehr grob) (TU München, abgerufen November 2026), Teil 2 Form und Lage in den Klassen H, K und L. „ISO 2768-mK“ heißt also: Längenmaße mittel, Form und Lage Klasse K.

DIN führt DIN ISO 2768-2 inzwischen als zurückgezogen; ersetzt wurde sie durch DIN EN ISO 22081:2022-10 (DIN Media) mit allgemeinen geometrischen Spezifikationen. Auf bestehenden Zeichnungen steht „mK“ trotzdem häufig, und der Fertiger arbeitet danach.

Praxis-Hinweis: Allgemeintoleranzen gelten nur mit Verweis im Schriftfeld. Bei neuen Zeichnungen klären Sie mit der Konstruktion, ob weiter ISO 2768-2 oder ISO 22081 gilt. Eine zu feine Klasse auf der ganzen Zeichnung treibt den Preis; Funktionsmaße tolerieren Sie einzeln.

Was regeln EN 1090 und ISO 3834?

EN 1090 regelt die CE-Kennzeichnung tragender Stahl- und Aluminiumbauteile; Teil 1 beschreibt den Konformitätsnachweis über die werkseigene Produktionskontrolle (DIN, DIN EN 1090-1). Die Schweißqualität weist der Hersteller über ISO 3834 nach: Teil 2 umfassende, Teil 3 Standard- und Teil 4 elementare Qualitätsanforderungen (Handwerkskammer Hannover). Laut TWI gehört Teil 4 zu EXC1, Teil 3 zu EXC2, Teil 2 zu EXC3 und EXC4.

Praxis-Hinweis: Lassen Sie sich Zertifikat, zertifizierte Ausführungsklasse und Schweißaufsicht nennen. Die Klasse muss mindestens der Ihres Bauteils entsprechen. Betriebe finden Sie unter Schweißbaugruppen.

Was ist IATF 16949?

IATF 16949 ist der Standard für Qualitätsmanagementsysteme in der Automobilzulieferkette, herausgegeben von der International Automotive Task Force. Er ergänzt ISO 9001 um branchenspezifische Anforderungen und kundenspezifische Vorgaben der Fahrzeughersteller.

Praxis-Hinweis: Für Maschinenbauteile reicht häufig ISO 9001. Fragen Sie nicht pauschal nach IATF, sonst schließen Sie geeignete Betriebe unnötig aus.

Was ist eine Werkstoffnummer wie 1.4301?

Die Werkstoffnummer nach DIN EN 10027-2 bezeichnet einen Stahl eindeutig (wermac.org, abgerufen November 2026). Bei 1.4301 steht die 1 für die Werkstoffhauptgruppe Stahl, 43 für die Stahlgruppennummer (nichtrostender Stahl mit mindestens 2,5 % Nickel, ohne Molybdän) und 01 für die Zählnummer. Der Kurzname lautet X5CrNi18-10. Aluminium-Knetlegierungen tragen dagegen eine Bezeichnung nach EN 573, etwa EN AW-6082 (chemisch EN AW-AlSi1MgMn).

Praxis-Hinweis: Schreiben Sie Werkstoffnummer und Kurzname auf die Zeichnung. „V2A“ oder „Edelstahl“ sind zu ungenau für ein verbindliches Angebot.

Was bedeutet Ra?

Ra ist der arithmetische Mittenrauwert, der Mittelwert der Beträge des Rauheitsprofils. Angabe und Messung regelt heute DIN EN ISO 21920; daneben ist die Rautiefe Rz verbreitet (ZEISS, abgerufen November 2026).

Praxis-Hinweis: Geben Sie Ra nur an Funktionsflächen an, etwa Dicht- oder Laufflächen. Strenge Rauheit auf allen Flächen kostet Bearbeitungs- und Messzeit.

Was ist Cpk?

Cpk ist der Prozessfähigkeitsindex. Er setzt den Abstand zwischen Prozessmittelwert und nächstgelegener Toleranzgrenze ins Verhältnis zur Streuung des Prozesses und zeigt, ob ein Merkmal dauerhaft innerhalb der Toleranz gefertigt wird. Abzugrenzen sind Cmk, die Maschinenfähigkeit aus einem Kurzzeitversuch, und Ppk, die vorläufige Prozessfähigkeit aus einer Vorserie.

Praxis-Hinweis: Bei der Erstbemusterung wird in der Regel Ppk verlangt, Cpk erst für den eingeschwungenen Serienprozess. Fordern Sie die Kennwerte nur für wenige kritische Merkmale und nennen Sie Mindestwert und Stichprobenumfang in der Anfrage. Verbreitet sind Mindestwerte von 1,33, bei Sicherheitsmerkmalen 1,67; verbindlich ist die Vorgabe Ihres Kunden oder Ihrer Qualitätssicherungsvereinbarung. Ein Cpk-Nachweis für jedes Maß erhöht den Prüfaufwand erheblich.

Was ist ein 8D-Bericht?

8D ist eine strukturierte Methode zur Bearbeitung von Reklamationen in acht Disziplinen, von Teambildung und Sofortmaßnahme über Ursachenanalyse bis zur Wirksamkeitsprüfung und Vorbeugung. Der 8D-Bericht dokumentiert diesen Weg.

Praxis-Hinweis: Vereinbaren Sie Fristen für Sofortmaßnahme und abgeschlossenen Bericht. Abgeschlossene 8D-Berichte sind ein guter Prüfpunkt im Lieferantenaudit.

Was ist eine QSV?

Eine Qualitätssicherungsvereinbarung (QSV) regelt zwischen Kunde und Lieferant die Qualitätspflichten, die über die Zeichnung hinausgehen: Prüfumfang, Wareneingangsprüfung, Reklamationsablauf, Änderungsmitteilungen und Unterlieferanten.

Praxis-Hinweis: Schicken Sie die QSV mit der Anfrage, nicht nach der Vergabe. Pflichten, die erst später kommen, kann der Fertiger nicht mehr einpreisen.

Was sind Incoterms?

Incoterms sind Lieferklauseln der Internationalen Handelskammer, die festlegen, wer Transport, Versicherung und Verzollung trägt und wo die Gefahr übergeht (ICC, abgerufen November 2026). Gebräuchlich sind etwa EXW, FCA und DAP.

Praxis-Hinweis: Nennen Sie Klausel, Ort und Ausgabe, zum Beispiel „FCA Werk Lieferant, Incoterms 2020“. Sonst vergleichen Sie Angebote mit und ohne Fracht.

Was bedeuten Losgröße, Rüstzeit und RFQ?

Die Losgröße ist die Menge gleicher Teile, die ohne Umrüsten gefertigt wird; die Rüstzeit fällt je Los an, nicht je Teil. Eine RFQ (Request for Quotation) ist die schriftliche Bitte um Preis, Lieferzeit und Konditionen für ein klar beschriebenes Teil.

Praxis-Hinweis: Senden Sie allen Anbietern dieselben Unterlagen und nennen Sie Jahresbedarf und Abrufmenge getrennt. Mehr dazu in Mindestbestellmenge, Losgröße und Rahmenvertrag.

Was sind Rahmenvertrag und Lieferabruf?

Ein Rahmenvertrag legt Preis, geplante Menge und Laufzeit fest; der Lieferabruf ist die einzelne Bestellung von Menge und Termin daraus. Ob die Jahresmenge verbindlich ist, steht im Vertrag, häufig gekoppelt an Fertigungs- und Materialfreigaben.

Praxis-Hinweis: Regeln Sie Freigabehorizonte, Mindestabrufmenge und Restmengen am Laufzeitende. Unklare Restmengen sind ein häufiger Streitpunkt.

Was unterscheidet Lohnfertigung, Nearshoring und Dual Sourcing?

Ein Lohnfertiger bearbeitet nach Zeichnung und Vorgabe des Auftraggebers und trägt keine Konstruktionsverantwortung, ein Zulieferer liefert oft eigene oder mitentwickelte Komponenten. Nearshoring verlagert den Bezug in nahe Länder; Dual Sourcing bezieht ein Teil bei zwei freigegebenen Lieferanten.

Praxis-Hinweis: Klären Sie Verantwortung für Konstruktion, Material und Gewährleistung im Vertrag. Keine Rechtsberatung; Einzelfall anwaltlich prüfen lassen. Standortvergleiche rechnen Sie mit Gesamtkosten, siehe Nearshoring für Zeichnungsteile; Kandidaten für einen Zweitlieferanten finden Sie etwa in der CNC-Zerspanung.

Wie nutzen Sie die Begriffe in einer Anfrage?

Schreiben Sie je Begriff die konkrete Ausprägung in die Anfrage: Werkstoffnummer mit Lieferzustand, Allgemeintoleranz mit Normausgabe, Zeugnistyp nach EN 10204, Freigabeverfahren mit Umfang, Incoterm mit Ort und Ausgabe. Ein Kürzel ohne Ausprägung lässt dem Fertiger Spielraum für Annahmen.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag erscheint auf zuliefererverbund.de, einem Verzeichnis der JMVision GmbH, Balingen. Der Autor schreibt für Zuliefererverbund; Hinweise auf das Verzeichnis sind entsprechend einzuordnen.

Zuliefererverbund ist ein Verzeichnis für industrielle Fertigungsbetriebe, betrieben von der JMVision GmbH in Balingen; laut Sitemap vom 04.11.2026 umfasst es 138 Betriebsprofile und 49 Branchenseiten (Sitemap, 04.11.2026). Die Suche ist ohne Registrierung möglich, Anfragen sind kostenlos, eine Vermittlungsprovision gibt es nicht (FAQ). Die Anfrage mit Beschreibung oder Zeichnung stellen Sie über das Formular; sie geht an maximal drei passende Betriebe, Rückmeldungen kommen direkt vom Betrieb.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem 2.2- und einem 3.1-Zeugnis? Ein Werkszeugnis 2.2 nach EN 10204 bestätigt Ergebnisse nichtspezifischer Prüfungen, also aus der laufenden Fertigung. Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 enthält Ergebnisse spezifischer Prüfungen an der gelieferten Charge und wird von einem Prüfbeauftragten des Herstellers bestätigt, der von der Fertigungsabteilung unabhängig ist.

Brauche ich PPAP oder VDA Band 2, wenn ich nicht für die Automobilindustrie einkaufe? Nicht zwingend. Beide Verfahren stammen aus der Automobilindustrie und gelten, wenn Ihr Kunde sie vorschreibt. Außerhalb davon reicht oft ein Erstmusterprüfbericht mit vereinbartem Umfang. Legen Sie in der Anfrage fest, welche Nachweise Sie erwarten, damit der Fertiger den Prüfaufwand kalkulieren kann.

Was bedeutet ISO 2768-mK im Schriftfeld? Die Angabe verweist auf Allgemeintoleranzen: m steht für die Klasse mittel bei Längen- und Winkelmaßen nach ISO 2768-1, K für die Klasse K bei Form und Lage nach ISO 2768-2. DIN führt Teil 2 als zurückgezogen, Nachfolger ist DIN EN ISO 22081. Auf bestehenden Zeichnungen bleibt die Angabe verbreitet.

Wann muss ein Lieferant nach EN 1090 zertifiziert sein? Wenn er tragende Bauteile aus Stahl oder Aluminium herstellt, die als Bauprodukt mit CE-Kennzeichnung in Verkehr gebracht werden. Fragen Sie nach dem Zertifikat der werkseigenen Produktionskontrolle, nach der Ausführungsklasse EXC und nach dem passenden Teil von ISO 3834 für die Schweißqualität.

Was ist sinnvoller, Dual Sourcing oder ein Rahmenvertrag mit einem Lieferanten? Beides schließt sich nicht aus. Ein Rahmenvertrag sichert Preis und Kapazität bei einem Lieferanten, Dual Sourcing verteilt das Ausfallrisiko auf zwei. Für kritische Teile mit langer Wiederbeschaffungszeit lohnt sich oft ein Rahmenvertrag mit dem Hauptlieferanten und ein freigegebener Zweitlieferant.

Fachbegriffe gleich richtig einsetzen: Nennen Sie in der Anfrage Werkstoffnummer, Toleranzangabe, Zeugnistyp und Freigabeverfahren so, wie sie hier erklärt sind. Dann kalkulieren alle angefragten Betriebe denselben Prüfumfang. Zur Checkliste: Diese 9 Angaben gehören in die Anfrage

Silas Werger · Autor · Stand: 04.11.2026 · Recherche und Entwurf mit KI-Unterstützung, inhaltlich geprüft und verantwortet vom Autor

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem 2.2- und einem 3.1-Zeugnis?

Ein Werkszeugnis 2.2 nach EN 10204 bestätigt Ergebnisse nichtspezifischer Prüfungen, also aus der laufenden Fertigung. Ein Abnahmeprüfzeugnis 3.1 enthält Ergebnisse spezifischer Prüfungen an der gelieferten Charge und wird von einem Prüfbeauftragten des Herstellers bestätigt, der von der Fertigungsabteilung unabhängig ist.

Brauche ich PPAP oder VDA Band 2, wenn ich nicht für die Automobilindustrie einkaufe?

Nicht zwingend. Beide Verfahren stammen aus der Automobilindustrie und gelten, wenn Ihr Kunde sie vorschreibt. Außerhalb davon reicht oft ein Erstmusterprüfbericht mit vereinbartem Umfang. Legen Sie in der Anfrage fest, welche Nachweise Sie erwarten, damit der Fertiger den Prüfaufwand kalkulieren kann.

Was bedeutet ISO 2768-mK im Schriftfeld?

Die Angabe verweist auf Allgemeintoleranzen: m steht für die Klasse mittel bei Längen- und Winkelmaßen nach ISO 2768-1, K für die Klasse K bei Form und Lage nach ISO 2768-2. DIN führt Teil 2 als zurückgezogen, Nachfolger ist DIN EN ISO 22081. Auf bestehenden Zeichnungen bleibt die Angabe verbreitet.

Wann muss ein Lieferant nach EN 1090 zertifiziert sein?

Wenn er tragende Bauteile aus Stahl oder Aluminium herstellt, die als Bauprodukt mit CE-Kennzeichnung in Verkehr gebracht werden. Fragen Sie nach dem Zertifikat der werkseigenen Produktionskontrolle, nach der Ausführungsklasse EXC und nach dem passenden Teil von ISO 3834 für die Schweißqualität.

Was ist sinnvoller, Dual Sourcing oder ein Rahmenvertrag mit einem Lieferanten?

Beides schließt sich nicht aus. Ein Rahmenvertrag sichert Preis und Kapazität bei einem Lieferanten, Dual Sourcing verteilt das Ausfallrisiko auf zwei. Für kritische Teile mit langer Wiederbeschaffungszeit lohnt sich oft ein Rahmenvertrag mit dem Hauptlieferanten und ein freigegebener Zweitlieferant.

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